Handball: Wir über uns

aus der Jubiläumsbroschüre von 2010 "100 Jahre Sport in Sennestadt"

Die Geburtsstunde des Handballs in Senne II schlägt irgendwann im Jahr 1920 auf einem Sportplatz in der Nähe der heutigen Sennestädter Realschule: das erste offizielle Spiel führt Senne II – natürlich– mit Senne I zusammen und endet mit einem 4:2-Erfolg der Gastgeber.

 

Vom handballerischen Geschehen der folgenden Jahre ist eher wenig bekannt. Erst nach dem 2. Weltkrieg geht es dann richtiglos. Im Jahr 1946 sind Willi Bunte, Konrad Reinke und Hans Wernekenschnieder die treibenden Kräfte bei der Gründung einer Handballmannschaft. Bereits drei Jahre später kann der erste Aufstieg gefeiert werden, aus der Bezirksliga steigt man jedoch ein Jahr später wieder ab. Bis in die 60er Jahre hinein dominiert das Großfeld den Handballsport. Die Chroniken berichten von zunächst nicht immer einfachen Spielbedingungen auf Plätzen oder „Äckern“ am einstigen Sennebad im Süden der Gemeinde, auf der Maiwiese oder an der Eikelmann-Kreuzung. Mit dem Bau des Sportplatzes an der Nordstrasse wird alles besser und es stellen sich auch Erfolge ein. 1965 kann unter dem viele Jahre in Sennestadt erfolgreich wirkenden Trainer Gerd Steinhöfer der zweite Aufstieg in die Bezirksliga gefeiert werden. Zwei Jahre später geht es sogar in die Ostwestfalen-Liga hoch – immerhin für drei Spielzeiten. Es ist die Blütezeit des Großfeldhandballs in Sennestadt, der regelmäßig bis zu 400 Zuschauer anlockt – dann aber den Wettbewerb mit dem schnelleren Hallenhandball zunehmend verliert und Mitte der 70er Jahre bundesweit in der Versenkung verschwindet.

 

Jener Hallenhandball tut sich zunächst schwer in Sennestadt. Mit der neuen Halle (1968) geht es dann aber quantitativ und qualitativ voran. 1974 wird auch in der Halle erstmals die Landesliga erreicht, erneut unter Trainer Gerd Steinhöfer. Für das Aushängeschild 1.Männermannschaft folgt in den nächsten 20 Jahren ein mehr oder weniger stetiger Wechsel zwischen Landes- und Bezirksliga. Mehr ist in Sennestadt auch aus finanziellen Gründen nicht drin. Die Fans kommen trotzdem zahlreich. Erinnert sei nur an das (verlorene) Aufstiegsspiel 1981 in der Bezirksliga gegen Versmold, bei dem in der Nordhalle fast 800 Zuschauer mitfiebern.

 

1972 wird der Handball für Frauen und Mädchen bei den Sportfreunden neu gegründet. Schnell etabliert sich der weibliche Nachwuchs mit Kreismeistertiteln, bereits 1976 ist die Bezirksliga erreicht. Bis in die Oberliga geht es für die Damen hoch, doch derLeistungsschwerpunkt ist die Verbandsliga Westfalen – eine schon herausragende Adresse für den heimischen Frauenhandball.

 

Abschließend seien in diesem kurzen Rückblick noch ein paar Namen von Menschen genannt, die den Handball der SportfreundeSennestadt besonders geprägt haben – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Auf Funktionärsebene sind das Erwin Bollweg, Walter Daudel, Hans Driller, Bruno Freitag und besonders der insgesamt 18 Jahre amtierende Abteilungsleiter Hans Oehlke. Als Trainer muss man neben Gerd Steinhöfer sicher auch Ulf Treptow, Friedel Kuhlmann, Michael Neuhaus und Ute Schmidt erwähnen. Und nicht zu vergessen, die Spielerinnen und Spieler selbst, die wir in der Ausstellung 100 Jahre SFS näher vorstellen.

 

Im Frühjahr 1994 wurde aus den Vereinen SF Sennestadt und Tus 08 Senne I dann die Spielgemeinschaft des Handballteams Sportfreunde Senne. Neben dem Aufbau der Seniorenmannschaften war es von Beginn an das Bestreben, den eigenen Jugendbereich zu fördern und Handball-Talente aus Sennestadt und Senne zu sichten und auszubilden.

 

1996 stieg die 1. Männermannschaft unter Trainer Michael Neuhaus für vier Jahre in die Bezirkliga auf. Die 1. Frauenmannschaft des HT SF Senne erfüllte sich 2001 ihren großen Traum. Nach 14 Jahren in der Verbandsliga gelang unter Trainer Nils Godde der Aufstieg in die Oberliga, womit unsere Damen ihre Position als Nummer eins im Bielefelder Frauenhandball untermauerten.Der Kreispokalsieg und die Wahl zu Bielefelds Mannschaft des Jahres rundeten die Supersaison 2000/2001 ab. Leider war aber auch hier die Freude nur von kurzer Dauer, denn nur nach einem Jahr ging es zurück in die Verbandsliga und 2005 in die Landesliga.

 

Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern setzte das Handballteam in den nächsten Jahren ganz gezielt den Verjüngungsprozess fort. Beide Teams weisen einen Altersdurchschnitt von unter 25 Jahren auf. Diese Weichenstellung führte dann in der Saison 2008/2009 zum erfolgreichsten Jahr seit Bestehen des Handballteams. Die 1. Frauenmannschaft schaffte nach vier Jahren erneut den Aufstieg in dieVerbandsliga, die Herren sicherten sich souverän die Kreismeisterschaft und jubelten über den Aufstieg in die Bezirksliga. Neben den ersten Frauenmannschaften hat sich die 2. Frauenmannschaftfest in der Bezirksliga etabliert, während die 3. Mannschaft über viele Jahre, fast in der gleichen Besetzung, in der Kreisligas pielt. Die 2. Männermannschaft greift in der Kreisliga B an.

 

Ganz wichtig ist natürlich die Jugendarbeit im HT SF Senne. Vor allem bei den Kleinsten sind der Zulauf und das Interesse am Handball ungebrochen. Mittlerweile nehmen drei reine Mädchenmannschaften am Spielbetrieb teil. Seit 2005 wurde eine Jugendspielgemeinschaft – die JSG Bielefeld-Süd zusammen mit der HSG Eintracht Gadderbaum und der SV Brackwede – aufgebaut. In der JSG spielen zurzeit 13 Teams in reinen Jungenmannschaften oder gemischten Mannschaften. Das Ziel, den Jugendlichen die bestmögliche Plattform für hoch ambitionierten Handball im Bielefelder Süden zu bieten, ist aufgegangen. So spielten die Leistungsmannschaften zwischenzeitlich in der Oberliga und Bezirksliga.

 

Ute Schmidt