Schwimmabteilung: Wir über uns
aus der Jubiläumsbroschüre von 2010 "100 Jahre Sport in Sennestadt"
Über 40 Jahre Schwimmabteilung
Die Schwimmabteilung der Sportfreunde Sennestadt e.V. blickt auf mehr als vierzig wechselvolle Jahre Vereinsarbeit zurück. Die Entwicklung Die Abteilung wurde durch Adolf Koch, Hermann Schulze, Klaus
Lehmhoefer und Ursula Hoffmann gegründet. Dazu kamen Heino Lamm als technischer Leiter und Henrik Peitsch als Jugendleiter. Nach der Eröffnung des Hallenbades am 9.06.1969 leitete Heino Lamm das
erste Training. Die Abteilung entwickelte sich schnell. Bereits im zweiten Jahr zählte man 130 Mitglieder. Und auch die sportlichen Erfolge stellten sich bald ein. Die Aktiven erreichten auf Anhieb
neun erste Plätze beim Kreisleistungs-Schwimmen und elf Bezirksmeistertitel. Günter Schulze brachte es 1971 als zwölfjähriger auf den sechsten Platz in der deutschen Bestenliste über
800-Meter-Freistil und ebenfalls 1971 die elfjährige
Kirsten Walter auf den siebten Rang über 100 Meter Brust.
1971 bis 1977 gab es viele internationale Kontakte zu französischen und englischen Schwimmklubs. Die Treffen wurden sowohl bei den ausländischen Freunden als auch in der Sennestadt durchgeführt,
wobei sich Henrik Peitsch um die Organisation verdient machte.
Die Sennestädter Schwimmabteilung blieb aber nicht von Krisen verschont. 1975 und 1976 und auch in den 90ern gab es erhebliche personelle Probleme, die sich natürlich auch auf den Leistungssport
übertrugen. Einige gute Schwimmer verließen den Verein. Der Vorstand trat zurück. Der folgende „Wiederaufbau“ um den neuen Vorsitzenden Wolfgang Nürck war zwar mühsam, aber der Zusammenhalt war stark
genug, die Krise zu überwinden. Die Schwimmabteilung entwickelte sich zur stärksten Abteilung mit über 400 Mitgliedern.
Wettkampfsport
In den achtziger Jahren betreute und förderte Übungsleiter Günter Sander – liebevoll „Sandi“ genannt – die Schwimmtalente. Zu Beginn der 90er Jahre übernahm Klas Kühl die Wettkampfmannschaft und
führte sie bis zur Teilnahme an den DMS. Von 1997 an wurden die Aktiven der Wettkampfmannschaft hauptsächlich durch die beiden Übungsleiter Frank Martin und Reinhard Baumert trainiert. Seit 2007 sind
die Trainer Jonathan Kipp, Jan-Philip Schuhbert und Reinhard Baumert für die Betreuung der Wettkampfteams verantwortlich.
Zum Jahresende finden jährlich zusammen mit dem Weihnachtsschwimmen die Vereinsmeisterschaften statt. In einem Mehrkampf werden die jeweils schnellsten in ihrem Jahrgang ermittelt. Außerdem wird für
die insgesamt beste Schwimmerin / den besten Schwimmer ein Pokal vergeben. Dieser ging 2009 das sechste Mal an Birte Mai, die auch im OWL Kader stand.
Aufgrund der ausgezeichneten Trainingsbedingungen in den letzten Jahren konnte im Deutschen Mannschaftswettbewerb Schwimmen (DMS) in der Bezirksklasse seit dem Jahr 2007 ein Männerteam gemeldet
werden. Ein Frauenteam geht seit 2008 an den Start.
Der Schwimmtreff
Um nicht nur den Leistungsgedanken, sondern auch um Spiel und Spaß zu fördern, wurde 1980 in Sennestadt durch Helge Peitsch der „Schwimmtreff“ ins Leben gerufen, der als. Modellversuch des
Landessportbundes startete. In Sennestadt wird er gleichzeitig zur Vorbereitung für den Senioren-Schwimmsport genutzt. Durch dieses Angebot gelingt es nun schon seit 30 Jahren, auch Erwachsene für
den sonst von Kindern und Jugendlichen geprägten Sport zu begeistern. Nach der erfolgreichen Einführung in Sennestadt wurde die Idee des Breitensports dann in mühsamer Überzeugungsarbeit auch auf den
Schwimmverband Ostwestfalen-Lippe übertragen. Als erste und bisher einzige „Fachwartin für Breitensport“ war die Sennestädterin Ute Hansen lange Jahre tätig.
Ab den 90er-Jahren leiteten Jessica Brocke und Wilfried Baßler gemeinsam den Schwimmtreff, der aktuell durch Susanne Muks, Michael Landsberg und Jan-Philip Schuhbert betreut wird.
Nach dem Mauerfall Nach der Maueröffnung im November 1989 nahmen die Sennestädter Schwimmer aufgrund persönlicher Beziehungen sofort Kontakte zum Dresdner Schwimm Club „SC-Einheit“ auf. Es wurde
ein internationaler Schwimmwettkampf („DDR / Bundesrepublik Deutschland“) vereinbart und im Mai 1990 durchgeführt. Die 22 Jugendlichen (11 bis 13 Jahre) und Ihre Betreuer besuchten die
Sennestadt
vom 24. bis 28.05.1990. Alle Beteiligen erwarteten, dass der Wettkampf zu Ungunsten der Sennestädter ausgehen würde. Umso überraschender waren dann aber die Leistungen unser Schwimmer. In einigen
Fällen war der Abstand der Leistungen gar nicht so gross wie angenommen. Marius Landsberg (12 Jahre) vom SfS gewann sogar seinen Wettkampf über 50 Meter Brust.
Der Schwerpunkt des Treffens lag allerdings mehr in der Begegnung mit den Menschen aus dem damals noch geteilten Deutschland. Im Gegenzug wurden die Sennestädter dann im November 1990 nach Dresden
eingeladen. Dieser „internationale“ Wettkampf war ebenfalls ein voller Erfolg. Die Beziehungen nach Dresden bestehen immer noch.
Außersportliche Aktivitäten
In der Schwimmabteilung der SfS werden die außersportlichen Aktivitäten besonders groß geschrieben. Jedes Jahr am Himmelfahrtstag ist Wandertag im Teutoburger Wald, mit Start am Donoperteich und einem gemütlichen Abschluß im und am Jugendkotten der Sportfreunde. Weiterhin fanden im Rhythmus von zwei bis drei Jahren Familienfreizeiten an einem Sommerwochenende statt.
In den Herbstferien der Jahre 1998 und 1999 organisierten Claudia Baumert, Reinhard Baumert, Ulrich Knoche, Hub. van Rijt und Wilma van Rijt jeweils eine einwöchige Sport- und Jugendfreizeit in
Blomberg (Lippe). In den Jahren 2000 und 2001 ging es mit den bereits genannten Betreuern für eine Woche nach Eschwege (Hessen), in 2002 dann auch erstmals ins Ausland. In dem kleinen Ort Heino in
den Niederlanden waren die Sportlerinnen und Sportler im einem Jugendcamp. Diese sechs Freizeiten förderten vor allem den Teamgeist bei den Kindern und Jugendlichen.
Mitgliederstruktur
Der überwiegende Teil der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Mittlerweile ist die Mitgliederzahl auf über 400 Mitglieder angestiegen und am Haupttrainingstag, mittwochs von 16.00 bis 21.00 Uhr,
trainieren jeweils 190 Aktive.
Die Trainingsstätten
Aufgrund des Bäderkonzeptes der Stadt Bielefeld blieb das alte Hallenbad Sennestadt als vierte Schwimmhalle erhalten, allerdings bis zum September 2008 nur noch für Schulen und Vereine. Die Anzahl
der Schwimmerinnen und Schwimmer war zwischenzeitlich so groß geworden, dass die Talentförderung auch freitags im Sennestädter Hallenbad stattfand. Jeden zweiten Samstag hatte die Wettkampfmannschaft
der Sportfreunde Sennestadt die zusätzliche Möglichkeit, ihre Leistungsstärke zu verbessern.
Im April 2009 konnte der Trainingsbetrieb im neuen Hallenbad aufgenommen werden. Während der Bauzeit wurde das alte Bad von Oktober 2008 bis April 2009 geschlossen, so dass die Sennestädter Schwimmer
vorübergehend „heimatlos“ wurden. In der Übergangszeit wurde in den Hallenbädern Brackwede, Heepen und Ekkardtsheim trainiert.
Aber nicht nur im „nassen“ Element sind die Schwimmer tätig, sondern auch in der „trockenen“ Sporthalle. Rosi Liermann betreut die Übungsangebote für den Kinder- und Jugendbereich und Christina
Wiegmann für den Jedermannsport.
Schwimm-Ausbildung
Besonders wichtig für das Bestehen der Schwimmabteilung ist die Ausbildung der Nichtschwimmer zu Schwimmern. In den 70er und 80er Jahren nahm sich Harald Goldhahn dieser Aufgabe an, fortgesetzt durch
Rosi Liermann, Renate Hoomann, Susanne Muks, Lisa Hoffmann, Karen Rojahn und Claudia Baumert. In den vier Jahrzehnten wurden bisher mehr als 1500 Kinder und Jugendliche zu Schwimmern ausgebildet.
Im Schwimmsport wird sehr viel Wert auf die Sicherheit gelegt, deshalb werden die Übungsleiter alle zwei Jahre sowohl in der Rettungsfähigkeit als auch in der Ersten Hilfe aus- bzw.
weitergebildet.
Ehrenamtliche Helfer
Viele der jugendlichen Schwimmer sind über den Wettkampfsport weiter in der Schwimmabteilung geblieben und stehen dem Verein als ehrenamtliche Übungsleiter, Helfer und auch als Vorstandsmitglieder zur Verfügung. Ebenfalls konnten viele Eltern für die ehrenamtliche Tätigkeit in der Abteilung geworben werden, denn ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer kann eine Abteilung mit über 400 Mitgliedern nicht erfolgreich geführt werden.
Die Schwimmabteilung der SfS nimmt durch ihr Engagement im sozialen Bereich der Stadt Bielefeld viel Arbeit und auch finanziellen Aufwand ab. Insofern war es für die Sennestadt gut, dass das neue
SennestadtBad im April 2009 eröffnet wurde.
Wolfgang Nürck
